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Entzündungsmarker identifizieren Subtyp der Depression – neue Therapieansätze für therapieresistente Patienten

Mehrere aktuelle Studien zeigen: Chronische Entzündungen im Körper können das Risiko für Depressionen deutlich erhöhen. Eine großangelegte britische Studie an über 1,5 Millionen Teilnehmern ergab, dass Menschen mit Autoimmunerkrankungen ein nahezu doppelt so hohes Risiko für affektive Störungen wie Depression, Angst und bipolare Störung haben – bei Frauen ist das Risiko noch höher. Die BMJ Mental Health Studie bestätigt damit den Zusammenhang zwischen chronischer systemischer Entzündung und psychischen Erkrankungen.

Die ASPIRE-Studie (Advanced Stratification of People with Depression based on Inflammation) unter Leitung des King’s College London geht noch einen Schritt weiter: Sie untersucht, ob Entzündungswerte im Blut dabei helfen können, gezielt die Patienten zu identifizieren, die von entzündungshemmenden Therapien profitieren. Bei etwa 20-30 % der Depressionspatienten – besonders bei therapieresistenten Fällen – sind erhöhte Entzündungswerte messbar. Die Forscher entwickeln ein diagnostisches Tool, das eine personalisierte Behandlung ermöglichen soll.

Diese Erkenntnisse bestätigen, was wir in der Praxis beobachten: Depression ist oft mehr als eine rein psychische Erkrankung – chronischer Stress, Entzündungen und das Immunsystem bilden ein komplexes Netzwerk. In unserer Praxis behandeln wir Entzündungen mit Ernährungsmedizin, Mikrobiommodulation und Phytotherapie. Die Vagusnerv-Stimulation wird bereits als therapeutischer Ansatz erforscht, da der Vagusnerv Entzündungsprozesse im Körper reguliert. Mehr zu unserer mikrobiologischen Therapie →, psychosomatischen Betreuung → und VNS-Analyse →

Quellen:
Mudra Rakshasa-Loots A et al. BMJ Mental Health 2025 (→ Zur Studie)
ASPIRE Study, King’s College London 2024 (→ Zum Projekt)

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